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Layenhof als Gewerbegebiet

Layenhof 5801 von L419Die Sitzung des Ortsbeirates am 27.03.2012 im Gebäude 5801 des ehemaligen Airfields offenbarte klar und deutlich, wie sich der Layenhof tatsächlich entwickeln soll und wer diesbezüglich das Sagen hat. Die GVG.

Bereits im Vorfeld schlug der Antrag der ÖDP, die momentan unnötigen und überhasteten Abrisse auf dem Layenhof auszusetzen, völlig unnötig hohe Wellen. In der Sitzung entstand eine heftige Diskussion. Insbesonders über die Vorlage der GVG zur Entwicklung des Masterplans, die Ingo Schlösser als miserabel bezeichnete.

Bezeichnenderweise war es aber nicht der politisch und juristisch verantwortliche Zweckverband oder sein Sprecher, die Rede und Antwort standen, sondern Vertreter der treuhänderisch beauftragten GVG, namentlich Herr Kehrbeck und Herr Ringhoffer. Man muss sich fragen, weshalb der Zweckverband das Zepter aus der Hand gibt.

Die Frage nach der plötzlichen Hektik beantwortete Ringhoffer mit dem schwer nachprüfbaren Totschlagargument, die Gebäude seien unwirtschaftlich. Das sind sie allerdings seit 20 Jahren. Eine Antwort weshalb sie jetzt so plötzlich, vor Erstellung des eigentlichen Masterplans verschwinden müssen, blieb er jedoch schuldig.

Im Januar klang dies noch ganz anders, so wird er in dem Artikel „Sprung über den Rhein“ in der Allgemeinen Zeitung vom 12.01.2012 wie folgt zitiert:

Die Umplanungen werden keine negativen Auswirkungen auf die Band-Initiativen haben, beruhigt Ringhoffer. „Wir wollen die Initiativen auf dem Layenhof halten“. Vor der Realisierung des Masterplans stünden nun zunächst umfassende Beratungen unter Einbeziehung der Layenhof-Bewohner an. Wenn sich herausstellen sollte, dass einige Gebäude nicht erhalten werden können, dann werde man die Mieter adäquat umsetzen. Derzeit gebe es allerdings dafür keinerlei Zeitdruck.“

Kein Zeitdruck und dennoch wird abgerissen? Das macht stutzig.

Wenn dann noch die Erstellungsdaten von Gebäuden in den dem Ortsbeirat zur Abstimmung vorgelegten Unterlagen falsch datiert sind, wie z.B. das der Clownsschule, muss man zwangsläufig aufhorchen.Tatsächlich wurde das Gebäude 1956 errichtet, in den GVG-Unterlagen steht allerdings 1939. Damit ist es auf dem Papier wesentlich älter als in der Realität. Und damit auch eher für den Abriss geeignet? Ein Schelm der Böses dabei denkt!

Wer jetzt abreißen lässt muss sich auch fragen lassen, was er mit den Freiflächen zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorhat, wo es doch den eigentlichen Masterplan noch nicht gibt, zumindest nicht offiziell.

Überhaupt werden die Entwicklungsmöglichkeiten für den Layenhof in der GVG-Vorlage derart eingeschränkt, dass es für die politisch Verantwortlichen kaum noch Entscheidungsspielraum zu geben scheint. Nämlich keine zusätzliche Wohnbebauung, dafür aber flugaffines Gewerbe und Gewerbe an sich. Alles ohne zusätzlichen Flugverkehr und zusätzlichen Autoverkehr.

Und wie auf Kommando springt Ortsvorsteher Schäfer in der Diskussion der GVG zur Seite, indem er mitteilt, dass die Finther Gewerbetreibenden „dringend“ Flächen bräuchten. Leider war dieser wichtige Aspekt nie Thema im Ortsbeirat, also dort, wo solche wichtigen Vorgaben zur Erstellung des Masterplans für die Öffentlichkeit nachvollziehbar hätten besprochen werden müssen! Das ist nie geschehen, aber dennoch scheint es bereits Absprachen hinter verschlossenen Türen gegeben zu haben.

Auch der Hinweis seitens der GVG, dass vor Erstellung des Masterplans die Anwohner umfassend beraten werden, läuft bei genauer Betrachtung ins Leere. Über die eng gestrickten Vorgaben der GVG sollen bereits am 09.05. im Stadtrat abgestimmt werden. Drei Tage später, nachdem die Würfel gefallen sind, erfolgt die „umfassende“ Beteiligung der Betroffenen im Rahmen des Planwerk Layenhof. Eine Farce.

Für wie blöd werden wir eigentlich gehalten? Das alles erinnert doch sehr an die Mainzer „Handkäs-Mafia“. Haben wir denn rein gar nichts dazu gelernt? Und es muss dringend gewarnt werden. Ein Gewerbegebiet ohne zusätzliche Belastungen für Finthen wird es nicht geben. Wehret den Anfängen!

Die Vorgehensweise der GVG deutet darauf hin, dass sie längst einen fertigen Plan in der Schublade hat, auf den sie die Beteiligten unter Ausnutzung ihrer Position als Treuhänder hinzulenken gedenkt. Konstruktive Ideen werden von vorne herein abgetan. Man erfährt immer nur, was nicht geht. Vernünftige, kreative Stadtentwicklung sieht anders aus.

 

Es gibt auch andere Perspektiven.

Der Layenhof braucht einen Masterplan, der seinem Namen gerecht wird. Andere Städte machen es uns vor, wie z.B. Freiburg mit seinem Quartier Vauban. Man muss es eben nur wollen, dann ist mehr für das Gemeinwohl drin, als nur die 08/15 Lösungen der GVG, die rein gar nichts mit einer propagierten Nachhaltigkeit zu tun haben. Hier geht es lediglich um die schnellstmögliche Vermarktung ohne Entwicklung langfristiger Perspektiven. Und darin liegt der fundamentale Fehler. Der GVG fehlt der Blick auf's Ganze.

Eine moderate Bebauung in Verbindung mit einem vernünftig geplanten, nicht zu großflächigen Gewerbegebiet, wäre sehr wohl möglich. Ebenso ein weitgehend autofreies Wohngebiet, wenn man die Vision und den Willen dazu hat. Dabei ist unstrittig, das einige Gebäude weichen müssen, die tatsächlich nur noch abbruchreif sind. Die momentane Vorgehensweise der GVG ist jedoch nicht gerechtfertigt. Reden und Handeln divergieren gewaltig und man muss sich fragen worin die wahren Absichten bestehen. Die propagierten können es nicht jedenfalls nicht sein.

Es wird höchste Zeit, dass die Politik und damit die legitimen, gewählten Vertreter der Bürgerinnen und Bürger endlich wieder die Zügel in die Hand nehmen und deutlich machen, wer das Sagen hat.

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